Chronik

Diese Chronik entstand, anlässlich des 100 jährigen Bestehens der Feuerwehr Schierhorn, im Jahre 2004
Grußwort des Kreisbrandmeisters

Der Freiwilligen Feuerwehr Schierhorn entbiete ich zum 100 jährigen Jubiläum namens aller Feuerwehren des Landkreises Harburg meine herzlichsten Glückwünsche .Einen besonderen Dank und Anerkennung spreche ich den Kameradinnen und Kameraden der Freiw. Feuerwehr Schierhorn aus, die in der Vergangenheit wie auch heute mit großem Idealismus uneigennützig, freiwillig und ehrenamtlich ihren Dienst in der Feuerwehr versehen. In diesen Dank möchte ich aber auch die Angehörigen mit einbeziehen, denn ohne deren Verständnis wären diese vielseitigen Aufgaben nicht zubewältigen .Die Freiwilligen Feuerwehren werden auch in Zukunft Bestand haben. Unfälle, Brände und Katastrophen sind auch in unserer hochtechnisierten Welt an der Tagesordnung. Die Freiwilligen Feuerwehren bieten mit ihrer flächendeckenden Präsenz eine schnelle und qualifizierte Gefahrenabwehr zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wenn wir also diesen Gefahren mit einer gewissen Gelassenheit entgegensehen, dann nicht zuletzt deshalb, weil die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren jederzeit bereit sind , sich vorbehaltlos für Leben und Eigentum des Nächsten einzusetzen. Ich wünsche der Freiwilligen Feuerwehr Schierhorn, dass sie auch inZukunft und nicht zuletzt durch ihre Jugendfeuerwehr immer wieder junge Menschen von der wichtigen Aufgabe der Feuerwehr überzeugen kann. Für die Veranstaltungen anlässlich des Jubiläums wünsche ich ein gutes Gelingen und für die Zukunft ein weiterhin erfolgreiches Wirken zum Wohle und zur Sicherheit unserer Bürger.

Dieter Reymers
Kreisbrandmeister

Grußwort des Gemeindebrandmeisters

Mit Stolz kann die Freiwillige Feuerwehr Schierhorn in diesem Jahr auf ihr 100jähriges Bestehen zurückblicken. Dies ist ein berechtigter Anlass, dieses Jubiläum in würdiger Art undWeise zu feiern. Als Gemeindebrandmeister ist es mir eine große Freude, allen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern der Jubelwehr die herzlichsten Grüße und Glückwünsche der Freiwilligen Feuerwehr der Samtgemeinde Hanstedt zuübermitteln. Feuerwehrdienst ist Ehrendienst im Gemeinwesen und gerade in der Freiwilligkeit liegt der große Stellenwert unserer Organisation. Mögen sich auch in Zukunft immer wieder junge Bürgerinnen und Bürger finden, die bereit sind, freiwillig und ehrenamtlich zu helfen. Den Festveranstaltungen wünsche ich gutes Gelingen. In diesem Sinne übermittle ich der Freiwilligen Feuerwehr Schierhorn meine besten Wünsche und Grüße zu ihrem Gründungsfest. Mögen Spaß und Frohsinn die Festtage bestimmen und die bestehende Feuerwehrkameradschaft festigen, gemäß unserm Wahlspruch: „Gott zur Ehr‘ – dem Nächsten zur Wehr“.

Klaus Stöckmann
Gemeindebrandmeister

Grußwort des Ortsbrandmeisters

Vor über 100 Jahren haben sich in Schierhorn verantwortungsbewusste Männer zusammengefunden und unsere freiwillige Feuerwehr gegründet. Gleichzeitig wurde eine Feuerspritze angeschafft und ein Spritzenhaus gebaut. Dieser Weitsicht verdanken wir, dass viel Schaden und Unheil in unserem Ort vermieden wurde. Die mit der Zeit stark veränderten Aufgaben der Feuerwehr, so wünscheich mir, sollen auch weiterhin mit Unterstützung unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger erfüllt werden können. Das Miteinander der Schierhorner und der Zusammenhalt unserer Dorfgemeinschaft wird maßgeblich durch die aktiven und passiven Mitglieder unserer Wehr geprägt. Auch durch unsere gute Jugendarbeit sichern wir die Zukunft unserer Feuerwehr. Für die Feiern im Jubiläumsjahr wünsche ich allen Teilnehmern gemütliche Stunden und unserer Wehr auch für die Zukunft weiterhin eine gute Kameradschaft, sowie allzeit eine glückliche Hand bei den Einsätzen.

Ralf Gehrigk
Ortsbrandmeister

Die Ortsbrandmeister der Feuerwehr Schierhorn, von 1904 – heute


August Dittmer, 1904-1919

Louis Röhrs, 1919-1936

Wilhelm Licht, 1936-1946

Heino Blecken, 1946-1948

Otto Rademacher Nr. 1, 1948-1962

Otto Rademacher Nr. 16, 1962-1976

Claus Harms, 1975-1989

Herbert Kopelke, 1989-2001

Ralf Gehrigk, 2001-2013

Matthias Becker, 2013-heute

Entstehung und Gründung der Feuerwehr Schierhorn

13.01.1904
Über 100 Jahre war der Ort Schierhorn vom Feuer verschont geblieben. Am 13.01.1904, morgens um 10.00 Uhr, stand plötzlich das Haus des Anbauern Peter Nottorf Nr. 3 in hellen Flammen. Das Feuer hatte schon den ganzen Bodenraum erfüllt, als es von den Hausbewohnern bemerkt wurde. Da stürzten schon die Sparren ein, als die Ortsbewohner bei der Brandstelle ankamen. Nur mit Mühe und Not konnte ein Teil der Möbel und das Vieh – bis auf ein 100pfündiges Schwein – gerettet werden. Durch den starken Süd-Westwind kamen die Gebäude des Vollhofs Cohrs Nr. 4 (Heute Blecken) in große Gefahr. Nur dem anhaltenden Regen und der Tatkraft der Ortsbewohner ist es zu verdanken, dass Haus und Scheune von Cohrs gerettet wurden, sogar ohne Feuerspritze. Der Lehrer Meyer saß oben auf dem Dach von Cohrs und goss von oben die ihm gereichtenFeuereimer voll Wasser ins Feuer. Der Brandschaden war für Nottorf nicht groß, sondern fast ein Glück – denn er wollte sowieso ein neues Haus bauen. Bei trockener Witterung und Ostwind wäre wohl kaum ein Hof in Schierhorn verschont geblieben. Bemerkenswert ist noch, dass die Leute aus Holm und Thelsdorf zahlreich nach Schierhorn gekommen waren, während aus Lüllau kein Mann erschien. Aus diesem Brand erhielt man die Erkenntnis, dass unbedingt eine Feuerspritze angeschafft werden musste. Dieses wurde auch sogleich getan. Ein Stück Land für das Spritzenhaus stiftete der Bauer Otto Rademacher, Nr. 1. Als erster Hauptmann der Feuerwehr wird der Schneidermeister August Dittmer gewählt.

1919
August Dittmer gibt aus Altersgründen das Kommando an Louis Röhrs ab.
Die Schierhorner Wehr ist eine Pflichtfeuerwehr.

1936
Wilhelm Licht übernimmt das Kommando. Die Schierhorner Wehr wird
Freiwillige Feuerwehr. Von dieser Zeit bis Kriegsende wird viel Wert auf
Exerzieren und Marschieren gelegt.

1946
Heino Blecken wird zum Gemeindebrandmeister gewählt.

1948
Otto Rademacher “Nr. 1” wird neuer Gemeindebrandmeister.

1950
Otto Rademacher “Nr. 16” wird stellvertretender Ortsbrandmeister.


Handschriftliche Entschuldigung aus dem Jahre 1952 von Otto Rademacher Nr. 16. Seit Jahren gibt es keine schriftliche Entschuldigungen mehr. Ein Strafgeld wird aber immernoch gezahlt zur Aufbesserung der Kameradschaftskasse.

1962
Otto Rademacher (Nr. 1, Priggen) gibt die Führung der Wehr an Otto Rademacher (Nr. 16, Neihüser) ab. Bis 1975 führt dieser die Schierhorner Wehr vorbildlich und wird dafür vom Kreisbrandmeister mit dem Ehrenkreuz 2. Stufe ausgezeichnet. Stellvertretender Ortsbrandmeister wird Rudolf Henk.

1972
Im Zuge der Gebietsreform erfolgt die Eingemeindung Schierhorns in die Samtgemeinde Hanstedt. Die Trägerschaft der Feuerwehren ist seither Aufgabe der Samtgemeinde. Die Ortswehr Schierhorn ist nunmehr eine der 15 Wehren der Samtgemeinde. Claus Harms wird stellvertretender Ortsbrandmeister.


Zeitungsartikel aus dem Jahre 1972 zur Einweihung des neuen Feuerwehrhauses.


Die alte Feuerwehrspritze bei der Einweihung des neuen Gerätehauses 1972.

1975
Claus Harms übernimmt die Führung der Ortswehr Schierhorn. Stellvertreter wird Horst Rademacher. Otto Rademacher wird zum Ehrenbrandmeister gewählt.

Kinderfreundlich…

1982 beschwert sich bei der Samtgemeindeverwaltung ein Nachbar des Feuerwehrhauses: ihn stört das Parken der Privatautos von Feuerwehrleuten an seiner Grundstücksgrenze. Die Samtgemeinde versucht, den Feuerwehrleuten das Parken an dieser Stelle zu verbieten – und sieht als Ersatzparkplatz den Kinderspielplatz vor! Nur durch massiven Protest der Feuerwehr kann diese unsinnige Forderung abgewendet werden.

1987
Ralf Gehrigk löst Horst Rademacher als stellvertretenden Ortsbrandmeister ab.

1989
Herbert Kopelke übernimmt die Führung der Wehr als Ortsbrandmeister.


Januar 1989 löst Herbert Kopelke als neuer Ortsbrandmeister Claus Harms ab.

2001
Ralf Gehrigk löst Herbert Kopelke als Ortsbrandmeister ab, Günter Brandes wird sein Stellvertreter.

2012
Jörg Düerkop löst Günter Brandes als Ortsbrandmeister Stellvertreter ab.

2013
Matthias Becker löst Ralf Gehrigk als Ortsbrandmeister ab, Jörg Düerkop ist sein Stellvertreter.

Februar 2013 löst Matthias Becker (rechts) als neuer Ortsbrandmeister Ralf Gehrigk (mitte) ab.
Sein Stellvertreter ist Jörg Düerkop (links)

Wichtige Daten der Wehr

1933
Bau von 5 Hydranten für Feuerlöschzwecke.

1937
Umwandlung der Pflichtwehr in eine Freiwillige Feuerwehr.

1943
Gründung eines Feuerlöschverbands der Gemeinden Schierhorn und Holm wegen Abwesenheit vieler Männer durch den Krieg, Anschaffung einer Motorspritze; 1952 Auflösung des Löschverbands, die Gemeinde Holm wird mit 600,- DM entschädigt (ca. 306,- €).

1954
Feier zum 50jährigen Bestehen der Wehr am 9. Mai.

1972
Schierhorn wird im Zuge der Gebietsreform Teil der Samtgemeinde Hanstedt. Neubau eines Feuerwehrund Dorfgemeinschaftshauses in Schierhorn. Intensive Nutzung des Gebäudes, daher im Lauf der Zeit mehrfacher Umbau. Gründung einer Jugendfeuerwehr durch die Feuerwehrkameraden Max Herrmann, Jürgen Rademacher und Claus Harms.


Erich Marqurdt (links) überreicht Brandmeister Otto Rademacher (Mitte) zur Einweihung einen geschmiedeten Eisenschlüssel, rechts Kreisbrandmeister Hermann Witthöft.

1979
Bau eines neuen Feuerwehrübungs- und Bolzplatzes auf dem von Arthur Nottorf gepachteten Grundstück und Veranstaltung des ersten Wettkampfes mit 95 Gruppen.

1981
Restaurierung der alten Handdruckspritze von 1904 und Anschaffung historischer Uniformen; Finanzierung der Kosten von 7.500,- DM (ca. 3835,- €) aus der Kameradschaftskasse.

1983
Ankauf des rd. 10.000qm großen Bolz- und Übungsplatzes von Arthur Nottorf durch die Gemeinde für 51.600,- DM (ca. 26.383,- €).

1990
Letzter Kameradschaftsabend der Feuerwehr im Gasthaus Henk vor Schließung der Gaststätte; ab 1990 Feier der Kameradschaftsabende im Schützenhus.


Die alte Feuerwehrspritze in neuem Glanz nach der Renovierung.


Grundlehrgangsbescheinigung aus dem Jahre 1949 des heutigen AlterskameradenHermann Petersen.

 

100 Jahre – Vom Spritzenhaus zum Feuerwehrhaus

1904
Bau eines Spritzenhaus an der Schierhorner Allee zur Unterbringung der Handdruckspritze.

1943
Beschaffung eines zusätzlichen Tragkraftspritzenanhängers.

1972
Errichtung des heutigen Feuerwehrhauses. Die Baukosten von rd. 130.000,- DM (ca. 66.400,- €) für das 159,5 qm große Gebäude kann die Gemeinde Schierhorn nur durch den Verkauf des Schulgebäudes und der gemeindeeigenen Ländereien finanzieren. Somit wird vom Gemeinderat Schierhorn sichergestellt, dass das “Vermögen” im Dorf bleibt und nicht im Zuge der Gebietsreform in die Hanstedter Kasse fließt. Die Nutzung des Gebäudes als Dorfgemeinschaftshaus und der Einzug des Spielkreises, der sich in den nächsten Jahren zu einer regulären Einrichtung entwickelt, lassen das Haus zu klein werden.

1980
Anbau eines Gruppenraums von 52,30 qm für den Spielkreis. Verringerung der Gesamtherstellungskosten von 110.377,- DM (ca. 56.435,- €) durch rd. 550 Arbeitsstunden Eigenleistung der Feuerwehr auf 98.000,- DM (ca. 50.106,- €). Übernahme des Betrages durch die Gemeinde.

1983
Anbau eines Geräteraums aufgrund umfangreicher Feuerwehraktivitäten und der Anschaffung vieler Hilfsgeräte. Kostenermittlung in Höhe von 23.462,- DM (ca. 11.996,- €). Tatsächliche Kosten der Maßnahme 23.770,- DM (ca. 12.153,- €). Leistung des Hauptanteils durch die Feuerwehr mit rd. 520 Stunden im Wert von 11.415,- DM (ca. 5.836,- €), Übernahme der Materialkosten von 10.355,- DM (ca. 5.294,- €) durch die Samtgemeinde Hanstedt. Lediglich die Baugenehmigung in Höhe von 2.000,- DM (ca. 1.023,- €) wird aus der Feuerwehrkasse finanziert.

1990
Ersatz des Flachdachs durch ein Pfannendach. Übernahme der Kosten von 174.674,- DM (ca. 89.310,- €) durch die Samtgemeinde Hanstedt, keine Eigenleistung.


Feuerwehr-Gerätehaus nach dem Umbau 1990.

1993
Neuanlage eines Spielplatzes für rd. 8.800,- DM (ca. 4.500,- €).

1997
Einbau neuer kindgerechter WC-Anlagen für 18.992,- DM (ca. 9.710,- €).

2001
Teilerneuerung der Spielgeräte und des Spielsandes für 22.783,- DM (ca. 11.650,- €).

2002
Erneuerung der WC-Anlagen im Herrenbereich ausschließlich in Eigenleistung. Aufwand für Sanitär- und Fliesenarbeiten 95 Stunden. Übernahme der Materialkosten von rd. 5.121,- DM (ca. 2.618,- €) durch die Samtgemeinde Hanstedt.


Tragkraftspritzenanhänger 1967 bei einem Wettbewerb.

Einnehmendes Wesen…

1970 erhält die Freiwillige Feuerwehr Schierhorn ein neues Einsatzfahrzeug. Es gelingt ihr, den alten TSA – Anhänger, der nicht mehr gebraucht wird, für 500,- DM zu verkaufen – woraufhin die Gemeindeverwaltung meint, sie müsse am Verkaufsgeschick der Feuerwehr teilhaben: die Gemeinde fordert vom Erlös einen Anteil von 100,- DM – aber die Schierhorner Wehr wendet die Forderung glaubhaft ab.

Anschaffungen der Wehr Schierhorn

1904
Handdruckspritze

1943
Motorspritze DKW TS 8 und TSA (Tragkraftspritzenanhänger)

1957
Motorspritze Elze Graf TS 8

1965
Motorspritze Metz TS 8

1970
Feuerwehrwagen TSF


Feierliche Übergabe des neuen Einsatzfahrzeuges TSF im Jahre 1970.

1975
erhält Schierhorn Luftschutzsirenen, die durch die Feuerwehr mit genutzt werden

1976
Beschaffung der ersten 2 Handfunksprechgeräte

1978
Feuerwehrwagen TSF VW/LT, Motorspritze Ziegler TS 8

1993
Ankauf von 20 Wetterschutzjacken; Preis pro Jacke: 200,- DM (ca. 102,- €). Gesamtbetrag von 4.000,- DM (ca. 2.045,- €) ist aus Spenden der fördernden Mitglieder finanziert worden

2000
Beschaffung von 2 ersten Atemschutzgeräten

2001
Beschaffung von 2 zusätzlichen Atemschutzgeräten und 2 Ersatzflaschen aus Spenden der fördernden Mitglieder

 

Von der Brandbekämpfung zum Retten und Bergen

-Aufgabenwandel der FF Schierhorn im Lauf der Zeit-

Schon in früheren Jahrhunderten durfte in den Ortschaften der Nordheide ein Gebäude nicht zu nahe neben dem nächsten, in dem sich eine Feuerstelle befand, errichtet werden. Die Feuerstellen besaßen kaum Vorrichtungen, die den Funkenflug verhinderten. Der Rauch suchte sich den Weg nach draußen entlang der Wände und unterhalb der stark verrußten Raumdecke, dem sogenannten „Füerbohm“. Erst im Lauf der Zeit gab es Bestimmungen, die auf den Bau eines Schornsteins für jedes Haus abzielten. Aber die Umsetzung dauerte sehr lange und beißender Rauch durchzog noch viele Jahrzehnte so manches Haus.

Sicher wurden auch die geltenden Sicherheits- und Schutzbestimmungen nicht immer eingehalten und so schallten wieder und wieder das Feuerhorn und der Ruf „Feuer“ durch das Dorf. Dann wussten die Einwohner, dass vieler Menschen Hände zur Hilfe benötigt wurden, eilten herbei und versuchten mit ihren damals noch geringen Möglichkeiten, das Feuer zu löschen, zumindest aber ein Übergreifen der Flammen auf die benachbarten Gebäude zu verhindern. Dann zeigte sich auch, ob jeder Hauswirt die schon immer geltenden (und seit 1775 gesetzlich gefassten) Feuerschutzbestimmungen genügend beachtet und die vorgeschriebenen Feuerlöschgerätschaften bereit gelegt hatte. Dies wurde im übrigen von den Feuergeschworenen kontrolliert. Sie konnten in arge Erklärungsnot geraten, wenn sie ihrem Amt nicht gewissenhaft gerecht geworden und deshalb Mängel der häuslichen Löschvorsorge unbemerkt geblieben waren.

Die Brandverhütung galt von jeher als bester Feuerschutz und die Feuerlöschvorsorge wurde diesem Grundsatz untergeordnet. Auch die feuerpolizeilichen Bestimmungen zielten darauf ab, das Entstehen eines Feuers von vornherein auszuschließen. In Schierhorn hat man diesem Gedanken Rechnung getragen und so blieb der Heideort über 100 Jahre lang von Feuer verschont, bis am 13. Januar 1904 das Haus des Bauern Nottorf in Flammen stand und dieses Ereignis zur Gründung der Feuerwehr Schierhorn führte.

Noch fast 80 Jahre lang galten die Einsätze der Schierhorner Feuerwehr beinahe ausschließlich der Brandbekämpfung. Erst in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts änderte sich die Art der Aufgabenstellung.

Immer größeren Raum nahm der Schwerpunkt „Retten und Bergen“ ein. Durch den stark angestiegenen Kraftfahrzeugverkehr hatte die Zahl der Verkehrsunfälle drastisch zugenommen. Hier leistete die Wehr Rettungseinsätze, die dem Einzelnen oft große Anstrengungen und starke Belastungen abverlangten, wie es im Abschnitt „Große und wichtige Einsätze“ dieser Festschrift nachzulesen ist. Es versteht sich von selbst, dass Ausbildung und Schulung der Feuerwehrleute durch diesen Verantwortungsbereich anspruchsvoller und vielschichtiger geworden sind.

Mittlerweile gehört auch die Elbdeichverteidigung zu den Aufgaben der Schierhorner Wehr, die in den Kreis der hierfür zuständigen Ortswehren der Samtgemeinde eingebunden ist.

Einige Zahlen mögen den gegenwärtigen Stand der Entwicklung verdeutlichen: Im Jahr 2002 fuhr die Feuerwehr Schierhorn 11 Einsätze zu verschiedenen Hilfeleistungen, 2 Einsätze zur Deichverteidigung, aber keinen Einsatz zur Brandbekämpfung. Im gleichen Zeitraum leisteten die 15 Wehren der Samtgemeinde 250 Einsätze zur Hilfeleistung und 49 Brandeinsätze. 15 Personen wurden aus verunglückten Fahrzeugen gerettet (9 davon konnten nur noch tot geborgen werden). Die Gesamtschadenssumme betrug rd. 260.000,- €. Werte in Höhe von rd. 2.700.000,- € konnten durch den Einsatz der gut ausgebildeten Feuerwehrleute erhalten werden.

Aber auch in privaten Lebensbereichen wird die Schierhorner Wehr immer wieder zu Hilfe gerufen: So haben Feuerwehrkameraden manche Katze aus einem hohen Baum befreit und sogar schon ein Pferd aus der Güllegrube gerettet. Ob ein Keller unter Wasser stand, ob ein Baum auf’s Haus gestürzt war oder Sturmschäden zu beheben waren, überall hat die Schierhorner Wehr fachkundige Hilfe geleistet.

Zum Schluss sollen die gesellschaftlichen Aktivitäten der Freiwilligen Feuerwehr nicht unerwähnt bleiben. So hat sie sich dafür eingesetzt, dass traditionelle Ortsbräuche wie Faslam und Osterfeuer wieder belebt wurden bzw. weiter gepflegt werden. Außerdem bemüht sie sich um die Förderung der Dorfgemeinschaft mit Veranstaltungen wie dem jährlichen Kameradschaftsabend (mit Augenzwinkern auch „Feuerwehrball“ genannt) und der Maiwanderung.